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Fetischismus


Beim Fetischismus unterscheiden wir zwischen einem physiologischen Fetischismus und einem pathologischen erotischen Fetischismus.


Der Erstere besteht in der Anbetung und Verehrung bestimmter Körperteile des Weibes aber auch von Kleidungsstücken, die das Weib am Leibe trägt. Das gesamte Gebiet dieses Fetischismus fällt unter die Reize, die auch während des normalen Geschlechtstriebes wirken. Die Abnormalität sehen wir aber darin, daß der fetischist nur einen Teil des Körpers übermässig verehrt und ihm darobn alle anderen Eindrücke der Person verblassen.


Der pathologische Fetischismus findet sich nun hauptsächlich im Gegenstands- oder Kleiderfetischismus, bei dem der Fetischist allein durch den Gegenstand geschlechtlich aufgereizt wird. Anders als in der schwärmerischen Liebe, in der ebenfalls Gegenstände Verehrung finden, die «sie berührt hat», ist beim pathologischen Fetischisten der Gegenstand von der Person entfremdet.


Es darf angenommen werden, daß sich der körperbezogene (physiologische) Fetischismus bisweilen mit dem pathologischen mischt, wie uns die von Fuss- und Hand-Fetischisten geläufig ist. Doch erkennen wir auch hier den Unterschied, ob der Stiefel, der als Fetisch verehert wird, sich an ihrem Fuße befindet oder ob er als isoliertes Objekt verehrt wird. Vollkommen pathologisch handelt der Fetischist jedoch, wenn er beim Anblick oder beim Geruche jedes beliebigen Damenstiefels in sexuelle Rage gerät.

 
Modellmädchen, einem Fetischisten zugewandt

 
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