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Benutzte Werke
Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis
Roßmann/Weiß: Mann und Weib Fuchs: Sittengeschichte Diverse Sittengeschichten bis 1914 Zeitschriften von 1900-1913 |
Die Hörigkeit besteht darin, dass der Hörige in eine so ungewöhnliche Abhängigkeit gerät, daß er den freien Willen und die Selbstständigkeit seines Handelns einbüßt.
Als krankhaft können wir dies nicht bezeichnen, ist doch das Verhältnis des Mannes zum Weibe durch die ewigen Gesetze der Natur, durch die altgeheiligten Normen und Sitten wohlgeordnet. So gerät denn das Weib wohl leichter in ein solches abnormes Abhängigkeitsverhältnis wie der Mann. Die Veranlagung des Weibes ist nämlich vermittels der Schulung durch die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte entstanden, deren Ziel es ist, dem Manne zu gefallen. Dies kann zur schrankenlosen Hingabe einer Frau an ihren Mann führen, die ins Unbegrenzte gesteigert werden kann.
ie Hörigkeit ist nichts Perverses, denn ihr Beweggrund ist nichts als die sinnliche Liebe und sie wird lediglich von einer schwachen charakterhaften Willensstärke geleitet. Das Individuum erstrebt dabei die normale Gunst des anderen Geschlechtes. Dabei ordnet es sich dem Willen des anderen unter, dem es nicht zu widerstehen wagt.
Beim Hörigen führt die Gewöhnung an den Gehorsam fast unmerklich zum Dienen, so daß es ganz selbstverständlich wird und dem Bewußtsein gar nicht weiter auffällt.
Das Weib empfindet die Hörigkeit nicht als unnatürlich, sondern sie entspricht vielmehr ihrer natürlichen, wenngleich übersteigerte Veranlagung. Die Hörigkeit des Mannes ergibt sich aus dem blinden männlichen Triebe, dem Weibe nachzujagen und dafür manche Schmach in Kauf zu nehmen.