Suchen:
Kontakte:
Andere Encyclopädien
Werbung
Benutzte Werke
Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis
Roßmann/Weiß: Mann und Weib
Fuchs: Sittengeschichte
Diverse Sittengeschichten bis 1914
Zeitschriften von 1900-1913

sexualkunde encyclopaedie von 1913: KonträreSexualempfindung ... alphabetisches Verzeichnis: Hier

Home Page | Anmeldung:  Passwort:  

Konträre Sexualempfindung


Die konträre Geschlechtsempfindung (auch konträre Sexualempfindung genannt) zählt zu den krankhaften Äußerungen des Geschlechtstriebes, weil sie sich dem natürlichen Geschlechtstriebe, also der Annäherung der Geschlechter, widersetzen.


Bei dieser Empfindungen fühlt sich der Mann zum Mann, das Weib hingegen zum Weibe hingezogen. Es ist nicht allein die verhängnisvolle qualitative Abweichung vom natürlichen Triebe, sonder auch die quantitative, weil die Lustgefühle bei derartigen Personen stets recht stark ausgeprägt zu sein scheinen. So zusammengenommen, begehen die Individuen Taten, die den Gesetzen des Staates, der Gesellschaft und jedes Religionsbekenntnisses zuwider laufen.


Die Neigung des Mannes zum Manne wird heute das „Urningtum“ genannt, der Mann selbst auch ein Urning oder Homosexualer, wobei sich als Oberbegriff für die gesamte konträre Sexualempfindung auch das Wort «Homosexualität» einzubürgern scheint, während wir zuvor stets vom Urningtum oder Uranismus sprachen. Im Deutschen sagen die Ärzte auch «Mannmännliche Liebe» oder «Urningsliebe.» Die Liebe vom Weibe zum Weibe nennt man die „lesbische Liebe“ oder nach der Sappho auch “Sapphische Liebe” sowie nach K.H.Ulrichs auch “Urnindenliebe”.


Die Selbstbefleckung wird heute als die eigentliche Ursache der konträren Geschlechtsempfindung angesehen, weshalb man tunlichst darauf achten sollte, die Jugend vor diesem Laster zu schützen.


Das Wort «Konträre Sexualempfindung» geht auf den Berliner Psychiater Carl Westphal zurück, der dieses Wort zum ersten Male 1870 verwendete in «Die conträre Sexualempfindung, Symptom eines neuropathischen (psychopathischen) Zustandes «. Es kam aber erst wirklich stark in Gebrauch, nachdem Freih. von Krafft-Ebing der konträren Sexualempfindung einen großen Abschnitt in seiner “Psychopathia Sexualis” von 1886 widmete.


 
Zu dieser Seite gibt es keine Dateien. [Zeige Dateien/Upload]
Kein Kommentar. [Zeige Kommentare]