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Benutzte Werke
Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis
Roßmann/Weiß: Mann und Weib Fuchs: Sittengeschichte Diverse Sittengeschichten bis 1914 Zeitschriften von 1900-1913 |

Der Masochismus erscheint als wissenschaftlicher Begriff erstmals beim Freih. von Krafft-Ebing, der sich auf ein Werk seines Zeitgenossen, Leopold Ritter von Sacher Masoch, bezieht. Letzterer hatte 1870 das perverse Verhältnis eines Edelmannes zu einer Frau von schlechtem Rufe beschreibt. In diesem fragwürdigen Werk unterwirft sich der Held ganz seiner Herrin Wanda, wodurch ein Verhältnis einer Herrin zu ihrem Sklaven entsteht. Im Vordergrunde steht dabei das Erdulden von Schmerzen in wollüstig betonten Situationen, wobei der Schmerz der Person oft als zusätzliche Stimulanz zum Geschlechtsgenuß dient, wohl aber auch als gänzlicher Ersatz für denselben.
Es wird berichtet, daß es in englischen Städten besondere Häuser gibt, in denen diese Perversion gegen Geldzahlungen abreagiert werden können. Dabei werden Einrichtungen verwendet, die den Masochisten in eine Lage versetzen, sowohl Schmerz zu erdulden wie auch geschlechtliche Genüsse zu empfangen, die beide perversestes Natur sind. Auch haben wir gehört, daß ebenfalls in England eine Schmutzliteartur exsitiert, die sich mit der Heranbildung und Erziehung zu Masochisten beschäftigt. Das Werk eines der anonymen Schreiber heißt Gynecocracy. In diesem wird dargelegt, wie ein junger Herr durch eine Gruppe von Weibspersonen durch die Herrschaft des Unterrockes zu einem perversen Masochisten herangebildet wird
Ein Paradoxon des Masochismus besteht in dem Umstand, daß in der Hauptsache Männer von Stand von derartigen Gelüsten befallen sind, während die Ärzte im Allgemeinen dem weiblichen Geschlechte einen Hang zur Schmerzlust zuschreiben.
Freih. von Krafft-Ebing geht mit dem Masochismus behutsamer um als mit dem Sadismus. Er erkennt eine Abstufung der Akte, welche Masochisten aufsuchen und erwähnt besonders die Beliebtheit der passiven Flagellation.