Beim Minnesang handelte es sich einst um Gedichte, die in rührender Schlichtheit und urwüchsiger Kraft die Sehnsucht der Frau sowie das Selbstgefühl des Mannes in der Liebe zum Ausdruck brachten. Später erst behandelte der Minnesang den höfischen Minnedienst, der in gekünstelter Weise den Ritter nötigte, sehnsüchtig die Gunst einer verheirateten Frau zu erbitten.
Die Scheu des Liebenden vor der Geliebten, welche sich im Minnesang zeigt, erscheint uns als deutliches Zeichen des germanische Wesens, welches die Frau als Mysterium betrachtet und ihm so in tiefen und innigen Gedanken gegenüber tritt, welche sich in zagendem Sehnen und Schüchternen Verlangen zu äußern pflegt.
Der deutsche Minnegesang erscheint daher frauenhafter, d.h. er entbehrt den sinnlichen Genuß, den die romanische Troubadourpoesie widerspiegelt, die ganz auf die Erfüllung des Liebesgenusses des Mannes ausgerichtet ist.
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Minnesänger, geliebte Frau aus dem Mittelalter |