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Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis
Roßmann/Weiß: Mann und Weib Fuchs: Sittengeschichte Diverse Sittengeschichten bis 1914 Zeitschriften von 1900-1913 |

Die Nuditätsmode entwickelte sich in der Folge der französischen Revolution als „Costume à la Grèce“, einer Art Hemdkleid, das aus einem anschmiegsamen und durchsichtigen Gewebe geschneidert wurde. Alsbald wurde es in den Journalen als „Kostüm der Nacktheit“ bekannt. So schrieb eine Gazette „Halbnackt im eigentlichen Sinne des Wortes, erscheint die Pariserin bloß in fleischfarbenen seidenen Trikotpantalons mit lilafarbenen Zwickeln … und darüber mit einer wahren Chemise, das bloß durch ein paar schmale Bänder auf den nackten Schultern hängt“. Um das Maß der Nudität und damit der Schamlosigkeit voll zu machen, trugen manche Frauen gar keine Pantalons, ja nicht einmal Strümpfe, so daß sie am Ende nur mit einem aus durchsichtigem Musselin gewobenen Hemde auf Gesellschaften zeigte. Es wird berichtet, daß eine Dame aus Hannover gegen 1801 wettete, es zu wagen, nur mit einem wirklichen Hemde und einem Halstuch bekleidet zu promenieren, ohne daß man sittlichen Anstoß daran nehmen würde, ja gar, ohne daß man es bemerke. Wie Zeitzeugen berichteten, gewann sie diese Wette mit Bravour. In der heutigen, sittlichen Zeit mögen uns derartige Zustände als ungeheuerlich erscheinen, doch sind die Zeugnisse, aus denen wir zitieren, von hoher Glaubwürdigkeit. | ![]() |