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Benutzte Werke
Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis
Roßmann/Weiß: Mann und Weib Fuchs: Sittengeschichte Diverse Sittengeschichten bis 1914 Zeitschriften von 1900-1913 |
Als Nyphomanie bezeichnet der Volksmund das übersteigerte Auftreten des Geschlechtstriebes beim Weibe, das oft anfallsweise auftritt und keinen bekanntem Regelwerk zu folgen scheint. Es ist selten, das Mädchen bereits vor ihrer Verheiratung in dieser Weise liebestoll geworden sind, doch gibt es Fälle, in denen sie nach der Erweckung nymphomanisch wurden und dann im Falle der Abwesenheit des Gatten schwere Störungen zeigten, die in einem entehrenden Verhalten erkennbar wurden.
Wie die Ärzteschaft berichtet, ist die periodische N. beim Weibe selten. Wo sie festgestellt wurde, ist sie eine chronische, die dazu führt, daß die betreffenden Weiber ein schrankenloses Leben führen, unter dem sie gleichwohl leiden. Bei diesen Weiber bemerken wir einen ständigen Reizhunger, welchselbe sie zur Automasturbation oder psychischen Onanie treibt. Die Weibert erwachsen der Öffentlichkeit zur Gefahr, weil sie irhe Umgebung demoraliseren und sogar für Kanebn zur Gefahr werden können. Auch Mädchen können korrumpiert werden, da sie in ihrem Zustande auch vor ihnen nicht halt machen. Die Endstufe dieser messalinischen Weiber finden wir dann in den Armen von Liebhabern, welche sie sich erkaufen oder verfallen der Prostitution.
Es ist allerdings anzuraten, einem Weibe nicht schon Nymphomanie vorzuwerfen, wenn ihr geschlechtliches Verlangen reger ist als dies üblich ist. Hier spielen der Himmelsstrich, unter dem es geboren ward eine eben solche Rolle wie Alter, Nation, Temperent, Konstitution und Lebensweise. Die Weiber, die gerade erst erweckt worden sind, haben vielfach ein großes anfängliches Verlangen wiewohl auch bestimme Tage in den menstrualen Phasen ein stärkeres Verlangen hervorrufen mögen.
Im Volke wird auch Mannstollheit gesagt, wenn der Arzt Nymphomanie feststellt.