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Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis
Roßmann/Weiß: Mann und Weib Fuchs: Sittengeschichte Diverse Sittengeschichten bis 1914 Zeitschriften von 1900-1913 |
In 1. Mos. 38, 4, 8–10 nach der biblischen Gestalt des Onan benannte Gewohnheit, welche bei männlichen wie auch bei weiblichen Personen vorkommt. Die Onanie wird dabei schon im frühen Jugendalter begonnen, und sie wird kaum unterlassen werden, bevor sich eine natürliche Abfuhr des Triebes durch ein eheliches Verhältnis ergibt.
Die Personen, welche die Onanie ausüben, verschaffen sich durch allerlei Manipulationen an ihren Geschlechtsteilen solche Wollustempfindungen, welche naturgemäß bei der Begattung empfunden werden. Für derartige Empfindungen ist insbesondere der jugendliche Körper sehr empfindsam, weshalb ein früher Kontakt mit der O. oft zu Verwirrungen des späteren Geschlechtslebens führt.
Man darf auch annehmen, daß oft Verführung durch andere Personen zur O. führt, und daß nicht leicht von der Gewohnheit durch bloße sittliche Kraft abgegangen werden wird. Weil die Gefahr der Verführung oft vom gleichen Geschlechte ausgeht ist die Anfälligkeit für die konträre Sexualempfindung bei Personen größer, die auf diese Art verführt wurden.
Die Hauptsache bleibt besonders bei der Pubertät sich nähernden jungen Leuten Verhütung des bösen Beispiels, angemessene körperliche und geistige Tätigkeit bei mäßiger Nahrungszufuhr und Vermeidung aller reizenden Speisen und Getränke. Es dürfte sich von selbst verstehen, dass auch alle schädlichen Einflüsse durch die Literatur und unerwünschte Kontakte unterbleiben müssen.
Insgesamt gesehen ist die O. ein Übel, doch kann sie nur durch Mittel der Erziehungskunst überwunden werden. Man muss daher vor ärztlichen Charlatenen warnen, die Geheimmittel zur Verhinderung der O. anbieten, indem sie vor den bösen Folgen in höchsten Tönen warnen.
Onanie wird auch bezeichnet als Manustupration, Masturbation und Selbstbefleckung