![]() |
|
Kontakte:
|
Andere Encyclopädien
|
|
Werbung
|
Benutzte Werke
Krafft-Ebing: Psychopathia Sexualis
Roßmann/Weiß: Mann und Weib Fuchs: Sittengeschichte Diverse Sittengeschichten bis 1914 Zeitschriften von 1900-1913 |

Das Wort Sadismus wird erstmals 1835 verwendet und erscheint in der wissenschaftlichen Literatur zuerst bei Freih. v. Krafft-Ebing. Es geht zurück auf die Schriften des berüchtigten Donatien Alphonse François Marquis de Sade, welcher zwischen 1791 und 1800 zahlreiche verwerfliche und schändliche Romane schrieb, in denen alle Arten von Unzucht und Qualen verherrlicht wurden.
Der eigentliche Sadismus aus der Sicht der heutigen Zeit besteht aus einer nervlichen Vermischung von Grausamkeit und geschlechtlichem Drange. Wer vom Sadismus befallen ist, setzt seinem Opfer Qualen aus, die zur Steigerung seiner Geschlechtslust dienen. Selbst, wenn er im Anschluss den Koitus vollführt, bleibt sein Verlangen oft ungestillt, so daß die Grausamkeiten oft nicht enden.
Ein großer Theil der vom Sadismus befallenen Personen wird nicht auffällig, weil ihre abartigen Wünsche unerkannt bleiben und sei diese nur in Phantasien ausüben.
Es soll hier erwähnt werden, dass im letzten Jahre eine wissenschaftliche Abhandlung erschien, die den Masochismus mit dem Sadismus in einen Sinnzusammenhang bringt:
Isidor Isaak Sadger: «Über den sado-masochistischen Komplex», erschinen zu Wien im Jahre 1913.