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Urningsliebe


Ein eingeborener, wohl auch manchmal erworbener Trieb mancher Männer, welche sich in der geschlechtlichen Liebe ausschließlich zu männlichen Individuen hingezogen fühlen. Sie werden heute Urninge und ihre Liebe wird Uranismus genannt, nach der Venus Urania. Die Männer, welche dem andern Geschlechte zuneigen, werden danach Dioninge genannt.


Die Wissenschaft ist gespalten, denn die einen halten die Liebe der Uranisten für eine Naturgegebenheit, welche unabänderlich ist, während andere sie als eine Krankheit ansehen, welche sie zu heilen versuchen. Im Strafrecht ist die geschlechtliche Begegnung von Männer als widernatürliche Unzucht gebrandmarkt, die auch als Sodomie bezeichnet wird.


Das Wort entstammt dem Werke des Forschungen über das «Räthsel der mannmännlichen Liebe», welches 1864 unter anonymer Autorenschaft («Numa Numantius») erschienen ist. Der eigentliche Autor wurde erst später als der Jurist Karl Heinrich Ulrichs ausgemacht, welcher selber der widernatürlichen Wollust mit Männern bezichtigt wurde.



 
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