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Weib


Das Wesen des Weibes wird oft als ebenso listig wie galant beschrieben, was vornehmlich aus der französischen Hofkultur und ihrer Galanterie herrührt. Für das deutsche Weib gilt jedoch, dass es sich großen Teils von derartigen Wirrungen fernhalten konnte. Wo doch Schaden entstanden war, half die Wiedergeburt des Ideals der ritterlichen Minne, um die bürgerlichen Stände wieder den alten Idealen nahe zu bringen. Vor allem die deutschen Dichter des 18. Jahrhunderts hatten daran grossen Antheil, mit Klopstock an der Spitze der Bewegung.


Das Grundwesen des deutschen, wie überhaupt fast jeden germanisches Weibes besteht in ihrem gemütvollen und häuslich-schlichtem Wesen, das sich vornehmlich zu Empfindsamkeit und träumerischer Schwermut herüberneigt.


So hat das deutsche Weib auch keine Neigungen zur Aufnahme eines Erwerbs, sondern legt seinen Eifer darauf, das ihm durch seine Konstitution zugewiesene Gebiet der häuslichen Aufgaben zu erfüllen, wenngleich derzeit unter den Frauen der besseren Stände auch die Tendenz einer sogenannten „Emanzipation“ kursiert, die bislang nur die fürchterlichen Folgen einer Entartung der Sitten hatte.


Die meisten ernstlichen Wissenschaftler sind heute der Überzeugung, dass dem jungen Weibe keine geschlechtliche Begierde innewohnt. Diese wird vielmehr erst durch den Mann in der Ehe erweckt. Es mag aber sein, daß sich junge Frauen durch schlechte Leitbilder aus der Halbwelt gelegentlich fehlorientieren, weshalb empfohlen wird, die Töchter von solchen Kontakten fernzuhalten.


Prof. Dr. v. Krafft-Ebing schreibt dazu:


«Ist (das Weib) geistig normal entwickelt und wohlerzogen, so ist sein sinnliches Verlangen ein geringes. Wäre dem nicht so, so müsste die ganze Welt ein Bordell … sein. Das Weib wird um seine Gunst umworben, Es verhält sich passiv. Es liegt dies in seiner sexuellen Organisation und nicht bloß in den auf dieser fußenden Geboten der guten Sitten begründet.».


Es wäre dem deutschen Weibe nicht anzuempfehlen, diese Sitten aufzugeben, weil es allenthalben im vorzüglichen Rufe einer gemütvollen, zuverlässigen Ehefrau und Mutter steht.



 
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